Letzte Woche sammelten wir die Barrieren beim Thema Versicherungen. Viele Rückmeldungen kamen dabeizum Thema Krankenversicherung:

Selbst „dringend notwendige Hilfsmittel“ werden erst nach mehrfachem Widerspruch oder gar einem Gang vors Gericht bewilligt.

Außerdem ist es schwierig, wenn ein behinderter Mensch ein Auto hat, das von mehreren Assistenten gefahren werden muss. Versicherungen lassen häufig nur eine bestimmte Anzahl an Personen zu und wenn dann mit Altersgrenze. 

Manche Versicherungen haben sogenannte Gesundheitsprüfungen. Bei drei fortschreitenden Erkrankungen fällt man da meistens durch. Eine Art Diskriminierung.

Gesetzliche Krankenversicherungen verstoßen meiner Meinung nach oft klar gegen die geltenden Gesetze bzw. Prinzipien der Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit. Ich als chronisch kranker Patient bekomme nicht die Medikamente die ich brauche. Auf die Jahre gerechnet, sind das tausende(!) Euro, oft in einem Jahr bereits Hunderte Euro. Ohne dieser Medikamente wäre ich aber nicht arbeitsfähig, nicht fähig am Leben „richtig“ teilzunehmen, permanent im Krankenhaus und ein psychisches Wrack.

Eine Private Zusatzversicherung kann man als chronisch kranker Mensch gar nicht erst bekommen, was zwar aus wirtschaftlicher Sicht der Versicherung verständlich ist, aber zugleich einen großen Personenkreis diskriminiert – die sowieso oft geringe finanzielle Mittel haben und sich somit Krankenhahszusatzleistungen nicht aus eigener Tasche leisten können. Bedeutet für mich als Patient: Zimmerflucht im Krankenhaus, teils notwendige Entlassung mit instabilem Kreislauf aufgrund von massivem Schlafmangel, keine Ruhe, psychische Belastung und Co…

Auch beim Thema Lebensversicherung wurde uns von Barrieren berichtet:

Es war mir nicht möglich eine Lebensversicherung abzuschließen. Aufgrund meiner Behinderung (CP) hätte ich nur eine Risikolebensversicherung abschließen können. Das ist zugegeben schon 30 Jahre her aber trotzdem nicht richtig.

Ich hab mehrere chronische Erkrankungen seit meinem 3 Lebensjahr. Ich hatte mit 18 Jahren zum ersten Mal wegen einer Lebensversicherung und Erwerbsfähigkeitsversicherung angefragt, bei sehr vielen deutschen Versicherungsunternehmen, und wurde immer abgelehnt mit der Begründung, dass ich mit meinen Vorerkrankungen nicht versicherbar bin. Nicht nur in punkto Altersvorsorge, auch in punkto Absicherung ist das ein Unding!

Bei den meisten Unfallversicherungen werden blinde oder sehbehinderte Menschen oft nicht angenommen, oder es werden mögliche Augenverletzungen nicht mit versichert.