Barrieren der Woche in Fitnessstudios

Weißes Quadrat mit türkisem Rand und der Aufschrift: Barrieren der Woche in Fitnessstudios: Ergebnisse. Logo von Barrieren Brechen.

Diese Woche sammelten wir die Barrieren in Fitnessstudios. Denn auch wenn das Klischee besagt, dass Menschen mit Behinderung keinen Sport treiben, ist das natürlich Quatsch. Es gibt viele, die das sehr wohl tun und somit auch in Fitnessstudios tun wollen. Wie fast überall sonst, gibt es jedoch auch hier Barrieren, die es ihnen schwerer machen als der Mehrheitsgesellschaft.

Wie so oft beginnen die Schwierigkeiten schon beim Zugang. Menschen mit Behinderung wird oft der Eintritt verwehrt, sie dürfen keine Mitglieder werden. Als Begründung wird angegeben, dass sie nur mit Begleitperson kommen sollten, auch wenn sie das selbst gar nicht sagen. Die Angst der Betreiber*innen, mehr Aufwand zu haben und selbst im Zweifel Unterstützung anbieten zu müssen, scheint recht groß zu sein, auch wenn sonst damit geworben wird, dass die Trainer*innen bei Bedarf mit anpacken. Mitunter wollen sie auch nicht in Touchscreens investieren, um mehr Menschen die Nutzung von bestimmten Geräten zu ermöglichen. Andere sprechen von der großen Gefahr bei der Nutzung von Geräten, für die sie keine Verantwortung übernehmen wollen. Bei manchen wird der Assistenzhund als Problem behandelt, den sie nicht in die Räumlichkeiten lassen wollen.

Wer diese Hürden überwinden konnte und tatsächlich in die Räume gelassen wird, ist dann mit weiteren Barrieren konfrontiert: Umkleidekabinen oder andere Räume sind in einigen Gebäuden nur über Treppen zu erreichen. Standardmäßig ausgestattete Geräte sind in der Regel nicht von Menschen im Rollstuhl benutzbar. Auch Menschen, denen z.B. auf einer Seite ein Unterarm fehlt, finden normalerweise keine Geräte, die sich da anpassen lassen, sodass ein beidseitiges Training dennoch möglich ist. Die Ausbildung der Trainer*innen bezieht Kund*innen mit Behinderung offenbar nicht ein, sodass sie meist nur individuell helfen, aber tendenziell zögerlich sind und somit keine wirkliche Hilfe darstellen oder sogar Tipps geben, die richtig gefährlich sind.

Trotz all der Schwierigkeiten gibt es auch Studios, die schon ein paar Schritte weiter sind und z.B. viele Geräte mit Displays haben. Diese sind jedoch teilweise auch schon veraltet, die Schrift verblasst und schwer lesbar. Sowieso können Blinde und Sehbehinderte können, die nur optische Signale anbieten, nur eingeschränkt nutzen. Auch die Akustik in z.B. Yogaräumen ist entscheidend, wenn man darauf angewiesen ist, alles über die Ohren zu verstehen. Manche hallen jedoch so stark, dass sich das nicht so leicht umsetzen lässt.

Ein weiterer Fall, wo man merkt, dass Menschen mit Behinderung nicht mitgedacht werden, sind Änderungen im Ablauf oder wenn Geräte umgestellt werden. Wenn die Aushänge vor Ort zeitlich viel näher dran sind und auf der Website erst zu spät informiert wird, was sich ändert, können das Leute, die auf Screenreader angewiesen sind, nicht wissen. Lydias Welt hat ihre Erfahrungen auch in einem Blogpost festgehalten.

Viele Fitnessstudios hängen Bildschirme auf, auf denen zur Ablenkung oder auch Begleitung des Trainings Programme laufen. Diese sind jedoch in der Regel nicht untertitelt, sodass Gehörlose hier augeschlossen sind.
Die vielen Beispiele zeigen, dass auch Fitnessstudios wie so viele andere Branchen Menschen mit Behinderungen noch gar nicht als Zielgruppe sehen und darum auch hier noch Barrieren existieren, die es gar nicht geben müsste. Es gilt wie immer: Das muss sich ändern. Nicht irgendwann, sondern jetzt.