Barrieren der Woche bei Videokonferenzen

Weißes Quadrat mit türkisem Rand und Aufschrift: Barrieren der Woche beim Thema Videokonferenzen. Ergebnisse. Logo von Barrieren Brechen.

Diese Woche fragten wir nach den Barrieren bei Videokonferenzen. Die sind spätestens mit der Covid19-Pandemie nicht mehr nur in einer Nische etabliert, sondern werden regelmäßig für Meetings genutzt. Jedoch bestehen bzw. entstehen auch hier Barrieren, die Menschen mit Behinderung nicht gleichwertig teilnehmen lassen.

Das am meisten genannte Problem ist der nicht barrierefrei angezeigte Sprecher*innenwechsel. Wenn jemand anderes das Wort ergreift, schaltet bei den meisten Programmen der Bildschirm bei allen Teilnehmenden automatisch auf die sprechende Person. Wenn es aber keine Option gibt, das auch noch zusätzlich anzuzeigen – z.B. durch eine Audio-Deskription des Namens – sind Menschen mit Sehbehinderung außen vor. Wer Gebärdensprache nutzt, hat zudem in der Regel gar keine Möglichkeiten, das Programm anzuweisen, dass sie/er jetzt spricht – nur eben nicht mit den Stimmbändern – und der Bildschirm auf eine*n geschaltet werden sollte.

Die Kompatibilität für Screenreader steht an zweiter Stelle und wurde ebenfalls von vielen als Problem genannt. In der Regel ist sie nämlich nicht gegeben, sodass es allen, die einen solchen benötigen, wieder massiv erschwert wird, ohne fremde Unterstützung teilnehmen zu können. Gerade wenn zusätzlich zu einer Teilnehmer*innenzahl von über fünf auch noch z.B. Präsentationen mit Text- und Grafik-Inhalten gezeigt werden, sind Blinde und Menschen mit Sehbehinderung vollends ausgeschlossen. Dieselbe Gruppe ist auch besonders von Soundproblemen betroffen, genauso Menschen mit Autismus, die eine nicht flüssige Wiedergabe des Tons noch mehr die Konzentration verlieren lässt. Dasselbe gilt für Videoübertragung von Gebärdensprache, die natürlich flüssig laufen muss, das aber nicht immer tut.

Die letzteren Beispiele machen es auch Menschen ohne Behinderung schwerer und sicher gibt es grundsätzliche Defizite von videobasierter Kommunikation, die nicht so leicht gelöst werden können. Aber dennoch zeigen die genannten Barrieren und noch weitere wie fehlende Tastenkürzel, dass auch hier wie in so vielen Bereichen noch gilt: Das muss besser werden. Auch Anbieter*innen von Videokommunikationsprogrammen müssen die gesamte Gesellschaft mitdenken und allen die Nutzung ihres Angebots ermöglichen. Wer sich da nicht kümmert, hält offenbar wenig von Demokratie und Teilhabe. Und das können wir nicht hinnehmen.