Barrieren der Woche beim Thema Wohnen

Weißes Quadrat mit türkisem Rand und Aufschrift: Barrieren der Woche beim Thema Wohnen: Ergebnisse. Logo von Barrieren Brechen.

Diese Woche suchten wir nach euren Barrieren beim Thema Wohnen. Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir in Wohnungen, beim Schlafen, Essen, Alltag, Freizeit und was uns nicht noch alles beschäftigen kann. Wir fassen im Folgenden wie immer eure Einsendungen zusammen.

Damit man überhaupt dazu kommt, Barrieren in Wohnungen zu entdecken, muss man in einer Wohnung wohnen. Das ist mindestens die erste Hürde, denn es gibt noch gar keine wirklich verbindlichen Standards für Barrierefreiheit beim Bauen. Dementsprechend wenige barrierefreien Wohnungen existieren, wodurch sich die Wohnungssuche umso schwieriger gestaltet. Die wenigen, die es gibt, sind deutlich teurer. Oft weigern sich auch die Kommunen, solche dann zu bauen. Eine Einsendung berichtet von einer Nachbarstadt, die als große Ausnahme laufend barrierefreie Wohnungen baut, die dann aber längst im Voraus vergeben sind. Sie appellieren auch an die umliegenden Gemeinden, stoßen aber nur auf Widerwillen.
Dieser findet sich auch sonst bei „normalen“ Vermieter*innen, die mitunter explizit sagen, dass sie keine Behinderten in ihren Wohnungen möchten! Dass sie das so frei heraus sagen, spricht auch nicht gerade dafür, dass sich gesamtgesellschaftlich schon genug getan hat.

Wer trotz dieser Schwierigkeiten eine Wohnung finden konnte, muss noch längst nicht barrierefrei wohnen. Badewannen z.B. stellen eine klassische Hürde in Badezimmern dar, die ohne Hilfe und Lifter nicht überwunden werden kann. Fahrstühle müssen immer funktionieren, damit Menschen auch mit Rollstuhl rein oder raus kommen. Diese haben zudem meist keine Braille-Beschriftung, sind also für Sehbeeinträchtigte schwerer zu bedienen. Haustüren sind oft extra schwer zu öffnen, elektrische Hilfen dafür selten. Und wenn es elektrische und berührungsfreie Türen gibt, werden sie – wie in einem Kommentar geschildert – regelmäßig von achtlosen Leuten zerstört, die nicht verstehen, dass man diese Türen nicht schnell aufschwingen darf. Ein weiterer krasser Fall kam von einer Wohnung, in der Menschen mit geistiger Behinderung wohnen. Im Treppenhaus wurde ein Aushang gefunden, in dem anonym gefordert wurde, „Leute wie diese“ in Heimen unterzubringen. Und der darauf eingeschaltete Vermieter wollte sich nicht auf die Seite der Angegriffenen stellen.

Das war nun nur eine kleine Auswahl der alltäglichen Barrieren beim Wohnen, aber schon hier zeigt sich, dass auch in der Frage der Wohnungsfreiheit das Grundgesetz seine Gültigkeit offenbar nicht wirklich auf die Belange von Menschen mit Behinderung erstreckt. Dieser Skandal ist nicht kleiner als die hier seit Wochen gesammelten anderen Barrieren. Wenn Deutschland eine Demokratie sein will, muss hier also schleunigst Abhilfe geschaffen werden.