Barrieren der Woche beim Einkaufen

Weißes Quadrat mit türkisem Rand und Aufschrift: Barrieren der Woceh beim Einkaufen: Ergebnisse

Diese Woche sammelten wir auf Social Media die Barrieren, die euch beim Einkaufen behindern. Und auch hier kamen einige Einsendungen, wir haben diese wie immer zusammengefasst.

Im Zentrum der Rückmeldungen waren physische Läden wie Supermärkte und Kaufhäuser. Hier lässt sich schon von dem Betreten merken, dass Barrierefreiheit, wenn überhaupt, oft als nachrangiges Thema behandelt wird. So sind beispielsweise Behindertenparkplätze gar nicht zugänglich, von Einkaufswagen zugestellt oder offensichtlich im Nachhinein mehr oder weniger hingepfuscht, dass sie eher mehr Probleme schaffen. Dann wird bei verschiedenen Läden der Eintritt des Assistenzhundes verwehrt oder von der Maskenpflicht befreiten Kund*innen bekommen keinen Zutritt. Auch mit Maske ist die Kommunikation momentan erschwert, weil weniger verstanden wird.

Die nächste Barriere in den Räumen ist dann die Höhe, in der die meiste Ware angeboten wird. Diese ist für Rollstuhlfahrer*innen in der Regel viel zu hoch, dasselbe gilt für Kassenbänder, Backstationen und Pfandautomaten. Kühltruhen sind vom Rollstuhl aus nicht leicht einzusehen und zu erreichen, die Türen sind mitunter schwer zu öffnen. Preise und Mindesthaltbarkeitsdaten sind in der Regel nicht für Blinde auslesbar. Einkaufswagen sind im Rollstuhl auch nicht zu bedienen, Körbe mit Henkel sind meist nicht mobil. Ein Leser berichtet davon, wie ihm vorgeworfen wurde, die Waren in seinem Beutel stehlen zu wollen, weil er keine andere Möglichkeit hatte, sie zur Kasse zu bringen.

Die in vielen Läden laufende Musik ist für die Reizfilter sensibler Menschen mitunter sehr störend. Da im Kapitalismus Zeit Geld ist, herrscht des öfteren wenig Geduld, Mitarbeiter*innen und Kund*innen sind teilweise sehr gestresst und unwirsch und zeigen kein Verständnis, wenn es bei manchen länger dauert oder sie sich mit Maske nicht so leicht verständlich machen können. Backstationen haben oft Zangen, die mit dem gleichzeitigen Öffnen der Türen für die Brötchen auch motorisch eingeschränkten Menschen eine Barriere sind.

An der Kasse wiederholt sich die Problematik der Höhe und der Hektik, da die meisten Läden selbst schon beschlossen haben, dass es noch schneller gehen muss und dafür das „Auffangbecken“ nach dem Scanner, in dem die Waren abgelegt wurden, abschafften. Andere Kund*innen sind nicht immer geduldig und werfen böse Blicke oder drücken ihre Ungeduld verbal aus, wenn manche mehr Zeit benötigen.

Auch beim heutzutage ebenfalls weit verbreiteten Online-Shopping wirkt sich der Sparzwang und die damit einhergehende Hektik der Lieferdienste negativ aus. Mehrere Einsendungen kamen zu dem Problem, dass nicht alle in Sekundenschnelle an der Tür sein können, wenn jemand mit einem Paket klingelt.

Es zeigt sich also auch hier, wie viel noch getan werden muss, bis man ernsthaft von annehmbaren Verhältnissen im Sinne der UN-BRK sprechen könnte. Barrierefreiheit rangiert irgendwo unter ferner liefen, potenzielle Kund*innen werden missachtet oder sogar schlecht behandelt. Ein paar wenige Ausnahmen, die sich individuell Mühe geben und in der Regel wenig Unterstützung durch die Ladenkette bekommen, sind eben genau das: Ausnahmen. Die Läden und Ketten müssen handeln.