Barrieren der Woche in der Corona-Pandemie

Barrieren der Woche in der Corona-Pandemie: Ergebnisse

Die Coronapandemie hat seit Ausbruch Anfang des Jahres weltweit viele Menschenleben gekostet und die Gesundheitssysteme mancher Länder sogar völlig überwältigt. Wir haben zur Barriere der Woche die Community befragt, an welchen Stellen sie die Pandemie bzw. ihre Folgen sie im Besonderen benachteiligt. Wir haben uns ja im März auch schon mit einer Aktion zu Informationen über Corona in Gebärdensprachen beteiligt.

Es ist natürlich mitunter auch paradox, dass manche Einschränkungen, die nun viel mehr Menschen betreffen, z.B. die Isolation und Angst vor Einsamkeit, Abhängigkeit bei Erledigungen des Alltags etc. für viele Menschen mit Behinderungen schon seit Jahrzehnten als normal gelten. Dort ändert sich für sie in dem Sinne weniger, viel mehr wird der Kreis der Menschen erweitert, die einmal für einen kurzen Zeitraum und unter nur ähnlichen Bedingungen erleben, wie sich so etwas anfühlen kann.

Es gibt jedoch im Zuge der Pandemie auch Dynamiken, die zu neuen Ausschlüssen führen, einige davon wurden uns berichtet. So fällt es Menschen, die auch sowieso schon Atembeschwerden haben, mit Maske mitunter noch deutlich schwerer, Luft zu bekommen. Wem es nicht so leicht fällt, gehört bzw. verstanden zu werden, kann das mit Maske noch schlechter, das Sichtfeld wird mit mancher Maske auch eingeschränkt. Der Mindestabstand ist für Blinde im Freien schwer zu messen, auch auf den Boden vor den Kassen geklebte, nur sichtbare Abstandslinien können nicht erkannt werden. Beim Einkaufen kann eine Pflicht, einen Korb oder einen Einkaufswagen zu nutzen, für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl, schwer erfüllt werden. Überhaupt das Einkaufen allein. Manche brauchen Hilfe zum Einkaufen, sollen wegen der Regelungen jedoch nur allein in den Laden. Busse ermöglichen nur noch den Einstieg hinten, man kann nicht die Fahrer*innen fragen bzw. ist auf nicht immer verständige Mitfahrer*innen angewiesen.

Da sich noch nicht absehen lässt, wie lang die Gefahren und die Maßnahmen noch bestehen, wir also eine neue „Normalität“ für womöglich noch längere Zeit haben, ist es umso wichtiger, dabei nicht zu vergessen, dass diese Normalität sich für viele Menschen sehr unterschiedlich gestaltet. Wir müssen weiterhin Barrieren brechen, damit alle Menschen ihre Rechte wahrnehmen können.