Barrieren der Woche: Essen kochen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jede Woche sammeln wir auf unseren Social Media Kanälen zu einem Thema des Alltags Barrieren, die die Community einreicht. Diese Woche ging es ums Zubereiten von Essen. Denn Essen ist eine tägliche Konstante, wir sind als Menschen darauf angewiesen, regelmäßig Nahrung zu uns zu nehmen. Über die Jahrtausende haben sich einige sehr schmackhafte Rezepte angesammelt, die aus dieser Notwendigkeit nach Möglichkeit sogar einen Genuss machen. Zu einem selbstbestimmten Leben gehört es genauso, diese Rezepte nach Wunsch auch selbst zu kochen.

Die Einsendungen zeigen jedoch, dass das noch längst nicht immer möglich ist. Viele Barrieren hindern Menschen mit Behinderung daran, sich selbst Mahlzeiten anzurichten. Die handelsübliche Küche ist in aller Regel nicht barrierefrei. Das beginnt beim Herausholen der Zutaten aus dem Kühlschrank, der z.B. unten das Eisfach hat, sodass das nicht eingefrorene Essen z.B. für Kleinwüchsige oder Menschen im Rollstuhl schwer bzw. gar nicht erreicht werden kann. In Plastik eingeschweißte Nahrungsmittel oder auch Dosen sind schwer zu öffnen, wenn man keine starken Hände hat. Das Mindeshaltbarkeitsdatum ist meist nur schriftlich aufgedruckt, sodass es Blinden und Sehbehinderten sehr schwerfällt, herauszufinden, ob sie bedenklos loslegen können. Wenn sie nicht gleich aus Versehen Schokopudding statt Schmand in den Krautsalat geben, weil die Verpackung geändert wurde.

Herdplatten sind nicht besonders gut zugänglich, wenn man im Rollstuhl sitzt. Falls es doch geht, sitzen die Leute oft aber nicht hoch genug, um in den Topf schauen zu können. Volle Kochtöpfe sind oft schwer, z.B. das Abgießen des kochend heißen Nudelwassers kann gefährlich werden, wenn man keine starken Arme hat, dasselbe beim Herausholen von heißen Blechen aus dem Ofen. Die meisten Küchengeräte können nur mit zwei Händen bedient werden, Ersatz für Menschen, die nur eine Hand zur Verfügung haben, ist weitaus teurer.

Es gibt also noch viel zu tun, um auch in diesem essenziellen Bereich des alltäglichen Lebens Chancengleichheit erreicht zu haben. Barrierefreies Wohnen muss im 21. Jahrhundert endlich Normalität werden.