Barrierenbrecher der Woche: Constantin Grosch

Constantin Grosch in schwarz-weiß

In der Rubrik „Barrierenbrecher*in der Woche“ stellen wir regelmäßig Menschen vor, die Barrieren abbauen. Diese Woche ist einer der Gründer von #BarrierenBrechen, Constantin Grosch, an der Reihe.

Wie hast du angefangen, etwas gegen Barrieren zu tun und hat sich seitdem etwas geändert?

Als ich mein Studium 2012 anfing, stieß ich auf einen Artikel der Aktion Mensch. In diesem beschrieb jemand (vielleicht Petra Strack?) den Umstand, dass sie aufgrund der nötigen Persönlichen Assistenz wegen ihrer Behinderung kein wirkliches Einkommen und Vermögen erzielen durfte. Damals fragte ich mich dann: Warum gehst Du eigentlich studieren, wenn es sich hinterher finanziell nicht auswirken kann, egal was Du selbst für Fähigkeiten, Können oder Leistung erbringst?

Deshalb engagierte ich mich wenige Monate später stark für innerhalb des Prozesses und Protestes zum Bundesteilhabegesetz. Zwar gibt es heute immer noch diskriminierende Einschränkungen bezüglich Einkommens und Vermögens von behinderten Menschen, aber es hat sich deutlich seitdem verbessert.

Was ist für dich dabei Erfolg und welcher ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Besonders gefreut hat es mich, als wir für Einzelpersonen im wahrsten Sinne des Wortes Existenzen gerettet haben. Ich erinnere mich da an Demonstrationen für Markus Igel oder Frau Kalwitz. Auf der einen Seite ist es natürlich schön selbstbestimmtes Leben zu retten bzw. zu ermöglichen, aber es zeigt auch, wie stark immer wieder die Lebensart von Menschen mit Behinderungen angegriffen wird.

Welches Wissen magst du weitergeben an die, die etwas tun wollen, aber noch nicht angefangen haben?

Meine Erfahrung zeigt mir, dass man um Ernst genommen zu werden, auch ernst – sprich seriös – sein muss. Die Qualität von Forderungen, Analysen und Aussagen müssen korrekt und sinnvoll sein. Das heißt nicht, dass man nicht auch Verkürzungen vornehmen kann und radikale Äußerungen knackig und kurz benutzen darf. Aber im Kern müssen Forderungen nachvollziehbar und lösbar erscheinen. Je nach Adressaten muss man hier eine andere Sprache wählen.

Was ist dein Ziel? Was treibt dich an?

Was treibt die Gallier an? Einerseits eine gehörige Portion Eigennutz. Denn auch ich bin auf eine barrierefrei und zugängliche Umwelt und ein selbtbestimmtes Leben angewiesen. Andererseits macht es einfach Spaß sich als David gegen Goliath durchzusetzen. Und – um im Bild zu bleiben – mit Raul als Asterix und mir als Obelix macht es ohnehin im Team mit vielen weiteren einfach unglaublich viel Freude, real die Gesellschaft verändern zu können