Barrieren der Woche: Wäsche waschen

Wir haben ein neues Format eingeführt: Die Barrieren der Woche. Dafür sammeln wir jede Woche auf unseren Social-Media-Kanälen zu einem Thema des Alltags Barrieren, die euch daran hindern, diese Dinge ohne Einschränkungen zu erledigen.  Letzte Woche wurde zum Thema Wäsche waschen gefragt und hier sind die Ergebnisse. Natürlich ist das alles weit davon entfernt, in vollem Umfang repräsentativ zu sein, wir erreichen sicher nicht alle Menschen mit Behinderung mit unserem Aufruf. Aber vielleicht kann es ja weitergehende, wissenschaftliche Forschung tatsächlich eines Tages geben!

Die Barrieren beginnen beim Zugang zur Waschmaschine, die entweder im Keller steht, der nur über eine für Rollstühle unüberwindliche Treppe erreichbar ist oder im Waschsalon, an dessen Eingang sich ebenfalls eine Treppe befindet. Wenn sie in der eigenen Wohnung stehen kann, sind diese des öfteren nicht so dimensioniert, dass genug Platz zum Manövrieren von Rollstühlen ist. Sie muss in der Küche stehen, es passen nur auch für Kleinwüchsige schwerer erreichbare Toploader ins kleine Bad oder vergleichbare Platzprobleme.

Waschmittelpackungen sind für Menschen mit Beeinträchtigungen der Hände mitunter schwer zu öffnen bzw. einzuschütten. Blinde können das Waschmittel ohne Brailleschrift schwer erkennen. Ein großes Hindernis sind die Waschmaschinen selbst, deren Bedienung heutzutag sehr oft nur über ein visuelles Display ohne Tonsignale zu steuern ist, wodurch es blinden und sehbehinderten Menschen ebenfalls äußerst schwer gemacht wird, selbstbestimmt die Wäsche zu machen.

Schlussendlich ist die nasse Wäsche meistens sehr schwer zu transportieren. Wäscheständer sind meistens x-förmig, sodass ein Rollstuhl nicht drunter fahren kann. Assistent*innen, die daher bei der Wäsche helfen, wissen nicht immer Bescheid, welche Klamotten wie behandelt werden müssen. Eine Frau berichtet von vielen Fällen, in denen Kleidung durch falsche Wäsche (zu heiß, falsche Farben etc.) zerstört wurden.

Es bestehen also noch immer viele Einschränkungen des Alltags beim Waschen der Wäsche. Auch wenn es mittlerweile Waschmaschinen mit Spracheingabe gibt, die deutlich teurer sind oder auch z.B. vereinzelte Lösungen zum Aufhängen von Wäsche z.B. an der Decke etc., muss sich noch einiges mehr bewegen, um für alle Menschen gleiche Chancen zu schaffen.