Barrierenbrecher der Woche: Raul Krauthausen

Wir haben eine neue Reihe gestartet: Die Barrierenbrecher*in der Woche. Hier stellen wir Menschen mit Behinderung vor, die Barrieren brechen. Wir wollen ihre Arbeit unterstützen und ihre Expertise noch mehr Leuten zugänglich machen, #BarrierenBrechen ist als Plattform für alle konzipiert. Wir fangen bei uns selbst an, jede Woche kommt ein Steckbrief mit weiteren Aktivist*innen dazu. 

Wie hast du angefangen, etwas gegen Barrieren zu tun?

Ich habe vor 11 Jahren zusammen mit Freunden wheelmap.org gegründet. Eine Online Karte für rollstuhlgerechte Orte.

Gibt’s etwas, das sich grundlegend geändert hat, seit du angefangen hast? 

Ich glaube schon, dass das Bewusstsein für Barrierefreiheit in den letzten Jahren gestiegen ist. Es beschweren sich öffentlich immer mehr Menschen über fehlende Barrierefreiheit. Die Wheelmap motiviert dazu, dass man für die eigenen Rechte kämpfen sollte.

Was ist für dich dabei Erfolg und welcher ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Jeder Ort, der rollstuhlgerecht geworden ist, und dafür gesorgt hat, dass man auch im Altbau Zugang im Rollstuhl hat. 

Welches Wissen magst du weitergeben an die, die etwas tun wollen, aber noch nicht angefangen haben?

Hinterfrage immer die Ausreden und überlege dir, wie du freundlich aber bestimmt dabei helfen kannst, die Ausreden der anderen zu überwinden.

Warst du schon immer freundlich und bestimmt oder hat das gedauert?

Früher habe ich mich für meine Behinderung zu oft entschuldigt. Inzwischen weiß ich, dass nicht ich das Problem bin, sondern die Barrieren in der Umwelt. Als neugieriger Mensch frage ich mich dann, was müsste man tun, um die Situation zu verbessern? Und wenn es dann an die Veränderung geht, frage ich mich, warum sind Menschen dagegen? Oft liegt es daran, dass die Verhinderer von Barrierefreiheit einfach keine Lust haben, ihre Komfortzone zu verlassen und Geld oder Zeit zu investieren. Das lasse ich als Ausreden aber nicht gelten.

Was ist dein Ziel?

Auch Menschen ohne Behinderung haben ein Recht darauf, mit behinderten Menschen zusammen zu leben.