Autorin: Lela Finkbeiner & Wille ZanteIn Zeiten der Corona-Pandemie werden in fast jeder Stadt eigene telefonische Hotlineseingerichtet. Und wo bleiben die tauben Bürger*innen? Zusammengefasst: ● Live-Informationen in den Medien sind nicht in Deutscher Gebärdensprache verfügbar,Untertitel gibt es – wenn überhaupt - nur in miserabler, zeitlich verzögerter Qualität. ● Das Bundesgesundheitsministerium ignoriert die 2009 ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention, genauso die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. ● Beratung ist zurzeit nur telefonisch möglich, ebenso Verdachtsmeldungen. ● Falls es hart auf hart kommt, gibt es kein System, keine Leitzentrale, die dafür sorgt,dass Notfall-Dolmetscher*innen zum Einsatz kommen können. Video von Lela FinkbeinerAll das: Audismus. Diskriminierung tauber Menschen aufgrund der Tatsache, dass sie nicht hören. Eine aufs Akustische zentrierte Sichtweise. Gebärdensprache und Kommunikationsbedürfnis – übrigens ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken – kommen überhaupt nicht vor in der audistischen Sicht auf die Welt, welche die meisten Hörenden pflegen. Ich will nicht lockerlassen: In Mails, auf Facebook und überall sonst, wo es mir...

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